Die Befürworter behaupten mit
nebenstehender Darstellung, der Grundriss des Neubaus
sei nicht grösser als derjenige der jetzigen Villa
Landolt.
Das ist irreführend, denn beim bestehenden Bau schlagen sie die eben-erdige, offene Terrasse und die Doppel-treppe beim Eingang zum Grundriss. Korrekt ist die Darstellung links.
2. Die ursprünglichen Projektvorgaben werden massiv überschritten
Im von der Stadt durchgeführten Studienauftrag wurde aufgrund des Baumbestandes die maximale Grundrissfläche für einen Neubau auf 20 x 11 m, also auf 220m2 festgelegt. Diese Fläche wird um 70% überschritten (siehe obige Skizze).
3. Das Gebäudevolumen der geplanten Neubauvilla beträgt weit mehr als das Doppelte
An verschiedener Stelle - so auch am Podium vom 11. 9. - behaupteten die Projektbefürworter, der Neubau würde nicht grösser. Dies stimmt klar nicht. Die Villa Landolt hat gemäss stadträtlicher Weisung eine Wohnfläche von 450m2, diejenige des Neubaus gemäss Abstimmungszeitung eine solche von 940m2. Dazu kommt eine Wellnesszone von 400m2. Diese wurde vom Baurechtnehmer in der NZZ bestritten, doch genau so steht's in der stadträtlichen Weisung (PDF).
4. Die schwarzen Türme sind haltlose Schreckgespenster der Befürworter
Die Befürworter behaupten, bei einem Nein zum Baurechtsvertrag müssten aus Renditegründen zwei grossvolumige Mehrfamilienhäuser durch einen Investor errichtet werden. Das Szenario ist frei erfunden - und nur schon deshalb absolut unhaltbar, weil der bestehende Garten geschützt ist. Die Stadt soll mit der Parzelle «Winkelwiese 10» sehr wohl Gewinn erwirtschaften. Einem spezifischen Renditedruck ist sie aber nicht ausgesetzt. Die anderen Projekteingaben beweisen es: Es ist potentiellen Partnern der Stadt sehr wohl möglich, auf kleinerem Volumen für mehrere Familien zu bauen und dennoch einen respektablen Baurechtszins abgeben zu können.
5. Die Stadt geht mit diesem Projekt ein kaum kalkulierbares Risiko ein
Die Winkelwiese 10 steht auf einem Moränenhügel - das macht ihre attraktive Lage aus. Als der direkt unter dem Grundstück hindurchführende S-Bahn-Tunnel gebaut wurde, sackte der Hügel ein, das Nachbargebäude musste zeitweilig evakuiert werden. Nur mit mehreren Dutzend Tonnen Spritzbeton konnte der Untergrund wieder stabilisiert werden. Die geplante Neubauvilla sieht zwei Untergeschosse vor. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die ungünstigen geologischen Rahmenbedingungen beim Bau erneut massive Mehraufwände verursachen. Der Selbstbehalt des Baurechtnehmers beträgt aber nur 100'000 Franken. Alle darüber hinausgehenden Kosten tragen die Steuerzahler.
6. Das Quartier wünscht eine sanfte Öffnung des Gartens
Die Befürworter behaupten, das Komitee «Winkelwiese so nicht» missachte den Volkswillen, weil es dafür eintritt, dass geprüft wird, wie der zur Villa gehörende Garten der Bevölkerung tagsüber zugänglich gemacht werden könnte - etwas, das mit dem Eingehen eines 62-jährigen Baurechts verunmöglicht würde. Der Rückhalt für eine sanfte Öffnung ist gross. Im vergangenen Herbst votierten bei einer Mitgliederumfrage des Quartiervereins 84% dafür.
7. EIn Mehrfamilienhaus würde kaum Mehrverkehr verursachen
Die Befürworter behaupten, ein Mehrfamilienhaus würde massiv Mehrverkehr verursachen. Sie kennen offenbar die Altstadtbewohner schlecht. Sechs von sieben haben kein eigenes Fahrzeug:
Person ab 18 Jahren mit null (grün), einem (gelb), zwei (rot) oder drei und mehr (schwarz) Autos.
Links: Kreis 1 (weiss: Anzahl Personen), rechts: alle Stadtkreise